PM: elly fordert besseren schutz für betroffene!

Anlässlich der aktuellen Verbändeanhörung zum Gesetz gegen digitale Gewalt und der Stellungnahme des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. (VBRG) macht die Thüringer Hatespeech-Beratungsstelle elly darauf aufmerksam: Digitale Gewalt endet nicht am Bildschirm. Sie reicht in den Alltag, in den öffentlichen Raum, in Arbeits- und Wohnumfelder sowie in politisches und zivilgesellschaftliches Engagement hinein. Im vergangenen Jahr erreichte elly mit Beratung, Fach- und Sensibilisierungsangeboten mehr als 300 Menschen in Thüringen.

Die Anfragen an elly kommen aus unterschiedlichen Regionen des Freistaats - aus Städten ebenso wie aus ländlichen Räumen. Gerade in kleineren Städten und ländlichen Regionen können digitale Angriffe schnell konkrete Folgen haben: Wenn Namen, Fotos, Arbeitsorte, Wohnorte oder politische Zugehörigkeiten online verbreitet werden, bleibt das nicht abstrakt. Die Angriffe können in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in der Schule, im Verein, im kommunalpolitischen Engagement oder im öffentlichen Raum spürbar werden.
In der Beratungspraxis zeigt sich außerdem, dass Hatespeech häufig nicht bei einem einzelnen Kommentar endet.

Betroffene suchen Unterstützung nach wiederholten und unterschiedlichen
Angriffen: Beleidigungen, Bedrohungen, Doxing, der Verbreitung von Fotos oder Videos, Re-Uploads, Falschinformationen oder gezielter Markierung in lokalen digitalen Gruppen. Häufig geht es dabei nicht nur um Löschung, sondern auch um Sicherheit, Beweissicherung, rechtliche Möglichkeiten, Kommunikation mit Plattformen und psychosoziale Entlastung. "Hatespeech ist keine abstrakte Online-Erfahrung. Wenn Namen, Fotos, Arbeitsorte oder Adressen verbreitet werden, kann daraus eine reale Bedrohungslage entstehen", sagt Berna Uluçay, Projektleiterin von elly. "Betroffene müssen Inhalte sichern, Plattformen kontaktieren, rechtliche Schritte prüfen und gleichzeitig mit Angst, Verunsicherung oder Erschöpfung umgehen. Deshalb braucht es Beratung, die digitale Angriffe und ihre Folgen im analogen Raum zusammendenkt."

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie als PDF hier:

Zur Stellungnahme des VBRG